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Rückkehr-Gedankenspiele: Ist Sebastiaan Bornauw die Antwort auf die Kölner Abwehrfragen?

Writer: Daniel Efferoth
Daniel Efferoth
Jun 7
2 min read

Die Personalie Sebastiaan Bornauw ruft im Umfeld des 1. FC Köln unweigerlich positive Erinnerungen hervor. Als Mentalitätsspieler und Fels in der Brandung entwickelte sich der belgische Innenverteidiger nach seinem Wechsel 2019 für acht Millionen Euro schnell zum absoluten Publikumsliebling im Müngersdorfer Stadion. Nach zwei intensiven Jahren zog er für 14 Millionen Euro weiter zum VfL Wolfsburg, ehe im vergangenen Sommer der Sprung auf die Insel zu Leeds United in die englische Premier League folgte. Angesichts der jüngsten defensiven Wackler stellt sich am Geißbockheim nun die Frage: Würde eine Rückholaktion des 27-Jährigen der Kölner Defensive tatsächlich die dringend benötigte Stabilität verleihen? Dafür lohnt es sich, das sportliche Profil einmal zu analysieren.

Die nostalgische Brille blendet oft aus, dass Bornauw schon während seiner ersten Kölner Phase neben seiner unbestrittenen Zweikampfhärte an beiden Enden des Feldes auch klare Baustellen mitbrachte. Sein Passspiel galt als fehleranfällig, zudem bremsten ihn immer wieder Verletzungen aus.


Der Datencheck: Stagnation statt Entwicklungssprung

Die Hoffnung, Bornauw habe sich in der Ferne zum spielstarken, modernen Innenverteidiger entwickelt, lässt sich durch die nackten Zahlen leider kaum belegen. Beim VfL Wolfsburg stieg seine Passquote in Ballbesitzphasen zwar zeitweise an, allerdings wurde er dort im System strategisch entlastet - den Spielaufbau übernahmen vorwiegend seine Nebenleute. Sobald er selbst unter Druck vertikale Linien überspielen musste, stieg die Fehlerquote. Letztlich pendelte sich sein Passspiel wieder auf dem bekannten Kölner Niveau von schwachen 81 bis 83 Prozent ein. Zudem verlor er in Wolfsburg sukzessive seinen Stammplatz, geplagt von Unkonzentriertheiten im Stellungsspiel und einer Verletzungsmisere in der Saison 24/25, die ihn für 15 Spiele komplett außer Gefecht setzte.

Auch das Abenteuer Premier League brachte nicht den erhofften Schub. Bei Leeds United stehen für den Belgier lediglich rund 430 absolvierte Spielminuten zu Buche - ein Wert, mit dem man nur schwer in einen echten Wettkampfrhythmus kommen kann. In dieser kurzen Zeit konnte Bornauw zudem seine gewohnte Dominanz kaum auf den Platz bringen: Eine Boden-Zweikampfquote von 42 Prozent und lediglich 41 Prozent gewonnene Duelle in der Luft spiegeln die sportliche Krise wider. Dass Leeds bereits im Winter über eine vorzeitige Trennung nachdachte, spricht hier eine deutliche Sprache.


Fazit: Hohes finanzielles Risiko für das falsche Profil

Ein klares Argument für Bornauw bleibt seine für einen Innenverteidiger überdurchschnittliche Endgeschwindigkeit von über 34 km/h. Dieses Element könnte Trainer René Wagner gut gebrauchen, wenn er seine Verteidigungslinie in der neuen Saison deutlich höher postieren möchte, um Tiefe abzusichern.

Demgegenüber steht jedoch ein kompliziertes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Trotz eines wahrscheinlichen Entgegenkommens bei den Bezügen würde Bornauw das Kölner Gehaltsgefüge im oberen Segment belasten. Für diesen Preis bekäme der FC einen Innenverteidiger im Formtief, dessen größte Schwachstelle – die mangelnde spielerische Qualität im Aufbau - konträr zur gewünschten Spielphilosophie steht. Da die Kölner Verantwortlichen bereits bei Cenk Özkacar aufgrund spielerischer Defizite im Passspiel von einer Verpflichtung Abstand genommen haben, wäre ein Transfer von Bornauw ein strategischer Widerspruch. Das gesuchte Profil scheint nach einem pressingresistenten Initiator im ersten Drittel zu, weshalb eine Rückholaktion unter dem Strich kaum die Ideallösung sein dürfte.

 

 
 
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