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Transfermarkt

Kann Umut Tohumcu das Kölner Mittelfeld beleben?

Writer: Daniel Efferoth
Daniel Efferoth
Jun 7
2 min read

Die Situation auf der Doppelsechs des FC spitzt sich zu. Eric Martel hat den Verein bereits verlassen, Denis Huseinbašić steht ebenfalls vor einem Abschied und adäquater Ersatz ist auf dieser neuralgischen Position naturgemäß teuer, wenn man entsprechende Qualität verpflichten möchte. Umut Tohumcu könnte die Lücke schließen, die das veränderte Kölner Mittelfeldzentrum benötigt. Der in Offenburg geborene U21-Nationalspieler wurde in der Jugend der TSG Hoffenheim ausgebildet und verbrachte die Rückrunde der abgelaufenen Saison auf Leihbasis bei Holstein Kiel, wo er dem Bundesligaabsteiger im Kampf der 2. Bundesliga Stabilität verleihen sollte. In Kiel kam Tohumcu 13-mal zum Einsatz, wobei er elf Partien von Beginn an bestreiten durfte.

Interessant ist seine sportliche Vita: Im Laufe der Jahre wurde Tohumcu taktisch immer defensiver eingesetzt. Galt er in der Jugend noch als torgefährlicher Stürmer, schulte ihn sein späterer Kieler Vereinstrainer Marcel Rapp einst in der Hoffenheimer U19 zum Sechser um.


Spielerische Elemente statt reiner Zerstörung

Seinen starken rechten Fuß konnte er vor allem im Saisonendspurt unter Beweis stellen: Im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern gelang ihm ein bemerkenswertes Tor aus rund 25 Metern. In der Rückrunde wurde Tohumcu in Kiel vorwiegend als Achter eingesetzt und überzeugte mit einer soliden Passquote von 84,7 Prozent. Sieht man sich sein statistisches Profil an, wird deutlich, dass der 21-Jährige seine Stärken primär mit dem Ball am Fuß entfaltet und das Spiel lieber gestaltet, als es zu zerstören.

Wenn man bedenkt, dass dem FC-Zentrum in der vergangenen Saison neben Ísak Jóhannesson die spielerischen Qualitäten im Aufbau phasenweise abgingen, bringt Tohumcu ein interessantes Profil mit. Mit insgesamt 874 absolvierten Spielminuten in der abgelaufenen Rückrunde sammelte er wichtigen Rhythmus und steuerte neben seinem Treffer zwei Torvorlagen bei. Er bringt damit eine spielerische Komponente mit, die den Kölner Kader zunächst in der Breite verstärken und bei entsprechender Entwicklung schnell eine tragende Rolle einnehmen könnte. Zudem befindet er sich in einem Alter, das noch erheblichen Spielraum für Entwicklung zulässt - vorausgesetzt, er erhält am Geißbockheim die nötige Spielzeit.


Der ruhende Ball als zusätzliche Waffe

Dazu gilt Tohumcu als exzellenter Standardschütze. Nach einer Kölner Saison, die von vielen harmlosen offensiven Standards geprägt war, würde dem FC-Spiel diese zusätzliche Variabilität sehr gut zu Gesicht stehen.

Allerdings zeigt die Statistik auch, wo die Hebel angesetzt werden müssen: Im Spiel gegen den Ball agiert der spielstarke Mittelfeldmann hin und wieder noch zu ungestüm. Drei Gelbe Karten und ein Platzverweis durch eine Gelb-Rote Karte in der abgelaufenen Zweitliga-Rückrunde zeigen, dass er in Sachen defensiver Disziplin und Cleverness im direkten Zweikampf noch reifen muss.

statistisches Profil von Umut Tohumcu 25/26

Fazit: Ein kreativer Baustein für die Zukunft mit Potenzial nach oben in der Arbeit gegen den Ball

Mit Umut Tohumcu würde der FC einen technisch versierten, modernen Mittelfeldspieler gewinnen, der das Umschalt- und Aufbauspiel spürbar kreativer gestalten kann als ein klassischer Abräumer. Seine Qualitäten im Passspiel und bei ruhenden Bällen könnten zwei Kölner Baustelle schließen.

Er könnte auf der Doppelsechs die spielstarke, kreative Ergänzung neben dem dynamischen Krauß bilden, um das Aufbauspiel anzukurbeln. Ebenso denkbar ist eine offensivere Variante, in der Tohumcu als spielintelligenter Zehner vor der abgesicherten Achse aus Jóhannesson und Krauß agiert. Tohumcu bringt mit seinen 21 Jahren das spielerische Potenzial mit, um dem Kölner Zentrum nach den jüngsten Abgängen ein neues, kreativeres Gesicht zu verleihen.

 
 
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